 |
SP AR zählt auf Stimmen der Mitte
Mit Ivo Müller aus
Speicher ist jetzt offiziell der dritte Nationalrats-Kandidat bestimmt
worden
heiden. Ivo Müller
als Nationalratskandidat, Stimmenthaltung bei der Wahl von Hans-Rudolf
Merz und die Wahl von Martin Brülhart in den Vorstand der
SP-Kantonalpartei: Diese Beschlüsse fasste die SP AR am Dienstagabend in
Heiden.
Monika Egli
An einem ausserordentlichen Parteitag hat
sich die SP AR mit den Herbst-Wahlen befasst (s. Ausgabe von gestern). Die
Frage, ob sie sich - nebst SVP und FDP - ebenfalls in die
Nationalrats-Wahlen einbringen soll, habe den Vorstand intensiv
beschäftigt, wie Präsident Hansruedi Elmer den 27 Anwesenden erklärte. An
einer ausserordentlichen Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit
war im Mai mit 18 Ja zu 11 Nein bei einigen Enthaltungen der
Grundsatzentscheid gefällt worden, einen Kandidaten ins Rennen zu
schicken. Damals signalisierte der Speicherer Kantonsrat Ivo Müller seine Bereitschaft, für die SP in den
Wahlkampf zu ziehen.
Nur Wahl «rechts - rechts»
«Wir wollen die mit 20 bis 25 Prozent
ansehnlich grosse SP-Wählerschaft am 19. Oktober nicht vor das Dilemma
stellen, ob sie ‹rechts› oder ‹rechts› wählen soll», begründete Müller
seine Motivation zur Kandidatur. Wenn lediglich der Bisherige, Jakob
Freund (SVP), und die nach Ansicht der SP dem rechten FDP-Flügel
zuzuordnende Marianne Kleiner zur Verfügung stünden, wäre zu befürchten,
dass zu viele Wähler der Mitte abdriften würden. Er wolle, so Müller, die
Ideen und Errungenschaften der SP vorbringen, wolle überhaupt einen
speziellen Wahlkampf führen, auch, was die Sprache betreffe. Ebenso sollen
Themen wie Wirtschaft und Föderalismus eine zentrale Rolle spielen. Ob er
sich wirklich in der Rolle des Winkelried opfern wolle; die Chance,
gewählt zu werden, sei doch gleich null, wurde aus der Versammlung
gefragt. Ivo Müller indes beurteilt dies
anders: «Ich denke, ich habe eine Chance, auch wenn ich gegen zwei sehr
starke Gegner antrete.» Und schliesslich: Auch eine Bronzemedaille sei
nicht schlecht, wiewohl er allerdings Gold anstrebe. Die SP Herisau stand
der Portierung von Ivo Müller im Vor- feld
skeptisch gegenüber. Es sei jedoch selbstverständlich, so die
Ortspartei-Präsidentin Ruth Beutler, dass sich ihre Sektion solidarisch
zeigen werde: «Es soll kein Graben aufgerissen werden.» Mit 24 Ja- zu zwei
Neinstimmen bei einer Enthaltung wurde Ivo
Müller von der Versammlung nominiert.
Keine Unterstützung für Merz
Zu den Ständeratswahlen lagen keine Anträge
vor. Hier kandidiert, wie bereits bekannt, noch einmal der bisherige
Hans-Rudolf Merz (FDP). Er sei den Anliegen der SP nicht freundlich
gesinnt und fördere sie auch nicht, wurde an der Versammlung moniert. Zwei
Anträge lauteten deshalb auf Stimmenthaltung respektive Stimmfreigabe. Mit
grossem Mehr wurde Stimmenthaltung, also die Abgabe des leeren
Stimmzettels, beschlossen.
Brülhart für Niederer
Werner Niederer, Ausserrhoder Regierungsrat
bis Ende Mai, hatte von Amtes wegen Einsitz im Vorstand. Zu seinem
Nachfolger im SP-Vorstand wurde der glücklose Regierungsratskandidat
Martin Brülhart quasi einstimmig, nämlich mit viel Applaus, gewählt.
|
 |