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Regionen | Freitag, 26. September 2003

Klar für Stimmfreigabe

Ausserrhoder CVP verzichtet auf Wahlunterstützung für Nationalrat

Herisau. Mit 32 gegen sieben Stimmen hat sich die Kantonalpartei der CVP Ausserrhoden entschieden, keine der drei Kandidaturen für die Nationalratswahlen zu unterstützen. Eine klare Wahlemp-fehlung erhielt dagegen Ständerat Hans-Rudolf Merz.

Hanspeter Strebel

Mit 40 Stimmberechtigten war die Versammlung der CVP Ausserrhoden am Dienstag abend im Herisauer Casino zu den Wahlen und Abstimmungen vom 19. Oktober gut besucht. Der Vorstand verzichtete auf eine Empfehlung für die Wahlen. Kantonalpräsidentin Anna Bachmann liess zunächst das Thema Wahlempfehlung ja oder nein diskutieren. Es entwickelte sich eine lebhafte und engagierte Debatte. Dabei standen vor allem parteipolitische Argumente im Zentrum.

Zahlreiche Wahlgänge hätten gezeigt, dass die anderen Parteien nicht auf die CVP angewiesen seien, ja teilweise auf sie «geschossen» hätten, wurde für Stimmfreigabe argumentiert. Man dürfe sich deshalb nicht vor einen parteipolitischen Karren spannen lassen. Vor allem bei der letzten Regierungsratswahl sei CVP-Kandidat Max Nadig «im Regen stehen gelassen» worden. Das habe nichts mit den aktuellen Kandidaturen (Jakob Freund, SVP, Marianne Kleiner, FDP, und Ivo Müller,SP) zu tun, wurde betont. Dazu komme, dass man bei einer Parolenfassung ein uneinheitliches Bild geben und unnötige innerparteiliche Spannungen erzeugen würde, auch wenn die meisten den wiederkandidierenden SVP-Vertreter wohl nicht mehr in Bern haben wollten, wurde argumentiert. Auch Stimmfreigabe sei ein Mittel der Demokratie, insbesondere für eine «Mitte-Partei», hiess es.

Zeichen der Profillosigkeit?

Aber auch die Befürworter einer Wahlempfehlung erhoben ihre Stimme. Ein Verzicht fördere das verbreitete CVP-Image als «profillose Partei». Es gelte, sich zu positionieren und sich nicht hinter Stimmfreigabe zu verstecken. Man müsse auch über den Kanton hinaus nach Bern schauen, wo man auf Verbündete für die Verteidigung des zweiten Bundesratssitzes (Deiss) angewiesen sei. Ehrlicherweise sei doch einzugestehen, dass CVP und FDP in der Bundespolitik viele Berührungspunkte hätten. Die drei Kandidaturen für den Nationalrat unterschieden sich in ihren Profilen klar voneinander. Da könne man doch eine Entscheidung treffen, es könne der Partei nicht einfach egal sein, wen Ausserrhoden nach Bern delegiere. Es treffe zwar zu, dass die anderen Parteien die CVP in der Vergangenheit öfters hängen oder am Seil herabgelassen hätten, doch es gelte in die Zukunft zu blicken und nicht zu «täubelen», hiess es aus den Reihen der Parolenbefürworter.

Deutliche Parolen

Mit 32 gegen sieben Stimmen schwang die Stimmfreigabe schliesslich klar obenaus, sodass sich eine personelle Diskussion erübrigte. Klar fiel dagegen mit 37 Stimmen bei vier Enthaltungen die Unterstützung für den wieder kandidierenden FDP-Ständerat Hans-Rudolf Merz aus, dessen Arbeit von Kantonalpräsidentin Anna Bachmann in den höchsten Tönen gerühmt wurde.

Ja zum Baugesetz

Zuvor fasste die Ausserrhoder CVP einstimmig die Ja-Parole für die Revision des Baugesetzes. Die einzige kantonale Abstimmungsvorlage wurde von Baudirektor Jakob Brunnschweiler anschaulich vorgestellt. Diskutiert wurde vor allem über die griffigeren Bestimmungen zur Baulandbeschaffung, wie die Möglichkeit der Auszonung, falls innert zehn Jahren nicht mit einer Erschliessung und Überbauung begonnen wird. Brunnschweiler räumte ein, dass dies eine «sensible Materie» sei, wo man dem öffentlichen Interesse mehr Gewicht als dem privaten gebe. Erhofft wird aber ein positiver Effekt auf die Baulandverflüssigung.

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