Appenzeller Zeitung
Regionen | Freitag, 26. September 2003

leserbriefe

Meinungen zu den eidgenössischen Wahlen

Wir wählen Jakob Freund

Der Wahlkampf um den noch einzigen Nationalratssitz des Kantons Appenzell A. Rh. ist in vollem Gange. Leserbriefschreiber/-innen wollen dem Stimmvolk Marianne Kleiner von der FDP als die einzig richtige Person für den Nationalrat beliebt machen. Die persönlichen Verdienste von Frau Kleiner wollen wir ganz bestimmt nicht in Frage stellen; es ist aber falsch und naiv zu glauben, nur dank Frau Kleiner seien die Finanzen unseres Kantons wieder im Lot, wenn sie es denn wirklich sind! Es ist nun einmal so, dass ein guter Rechnungsabschluss nicht als das alleinige Verdienst der Finanzdirektorin reklamiert werden kann. Die Wählerinnen und Wähler haben nicht vergessen, dass sie es waren, die mit ihren Steuern die Kantonsfinanzen saniert haben. Richtig hingegen ist, dass die scheuklappenartige Fokussierung auf die Finanzen zur blamablen Situation führte, dass Ausserrhoden einer der wenigen Kantone ist, der nicht zuletzt wegen der Steuerpolitik einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hat und deshalb nur noch einen Nationalrat nach Bern delegieren kann. Die über eine absolute Mehrheit im Kanton verfügende FDP hat diese Vorkommnisse zu verantworten, vor allem in der unrühmlichen Geschichte der Kantonalbank sind die Verantwortlichen mit Samthandschuhen verabschiedet worden. Aus diesen Gründen wollen wir die FDP nicht mit dem noch einzigen Nationalratssitz belohnen. Ausserrhoden ist in Bern sehr gut vertreten mit dem unbestrittenen und profilierten FDP-Ständerat Hans-Ruedi Merz.

Wir wollen nicht nur durch die FDP in Bern vertreten sein. Deshalb wählen wir Jakob Freund, Bühler, und empfehlen Ihnen, dasselbe auch zu tun. Jakob Freund ist ein engagierter und unermüdlicher Schaffer in den Kommissionen sowie ein verlässlicher Nationalrat in den Abstimmungen. Unsere Bevölkerung wählt keinen verdienten Politiker ab!

Peter und Trudi Zähner-Schönenberger

Dorf 871, Stein

Das Spektrum Links bis Mitte abdecken

Am 19. Oktober wissen wir, wer Ausserrhoden im Nationalrat vertreten wird. Heute wissen wir, dass der Regierungsrat von der FDP dominiert wird, der SP-Sitz an die SVP ging und der Ständerat ein FDP-Vertreter sein wird. Einwohner unseres Kantons betonen immer wieder die Wichtigkeit der Personenwahl und nicht der Parteizugehörigkeit. Ich teile diese Meinung und trete ein für den konstruktiven Dialog, parteiübergreifend und auf Sachebene. Es fehlen mir die Gesprächspartner, welche das Spektrum Links bis Mitte abdecken. Es fehlen mir die Themen, welche nicht nur finanziell einschätzbar sind, aber mit Lebensqualität und Wohlbefinden zu tun haben. Es fehlen mir die Konterer, welche mit schrägen Pflöcken Diskussionen auslösen. Es fehlt mir das Spiel, in welchem nicht mit Pfeilen, aber mit Ringen geworfen wird. Das Thema «Finanzen» soll weder unterschätzt noch auf die lange Bank geschoben werden. Stellen wir uns doch einmal eine Familie in finanzieller Not vor. Wenn das Geld zu versiegen droht, müssen sich alle nach der Decke strecken, wohl oder übel. Es gibt aber auch da immer wieder Prioritäten, welche ohne Worte und mit dem grössten Selbstverständnis durch alle Zeiten hindurch verteidigt werden. Ich denke an Begriffe wie: Gesundheit, Freiheit, Wohlbefinden, Bildung, ... und schlussendlich das Vertrauen, dass mit vereinten Kräften über kurz oder lang eine Besserung eintreten wird. Ich plädiere nicht für Blauäugigkeit, aber für sachliches und fachkundiges Abwägen mit Einbezug der unbewertbaren Kostbarkeiten des schmucken Appenzellerlandes. Ich wähle Ivo Müller.

Lisa Wüthrich

Sägentobel, Walzenhausen

Unwillig oder unfähig?

Es wird zunehmend deutlicher, dass unser Parlament unwillig ist, den im Volke vorhandenen Sparwillen umzusetzen. Noch bedenklicher ist jedoch die Erkenntnis, dass ein Teil unserer Volksvertreter unfähig ist zu sparen. Kaum ein Tag vergeht nicht ohne Beteuerung eines Ratsmitgliedes oder gar der Bundesvergeltung (Asylpolitik), dass Kreditreduktionen kontraproduktiv, ungerecht, falsch oder gar kostensteigernd sein sollen.

Der Ausserrhoder Souverän ist in der glücklichen Lage unter zwei Nationalratskandidaten und einer Kandidatin auswählen zu können. Beim Auswählen stelle ich mir die Frage, wer von den dreien denn schon bewiesen hat, dass er/sie sparen kann und will. Die Steuern erhöhen will ich nicht. Ich will, dass gespart wird. Deshalb gehe ich auf Nummer sicher und werde wohl meine Stimme der Kandidatin Kleiner geben.

Alfons Wick

Seeblickstrasse 7, Speicherschwendi

Mit Merz und Freund gut vertreten

Die Ausgangslage ist bekannt. Auf den Einzelsitz im Ständerat erhebt die FDP mit dem bestausgewiesenen und landesweit beliebten Hans-Rudolf Merz ihren Anspruch. Dem ist gut so und wird über alle Parteigrenzen hinweg unterstützt.

Wenn wir in Ausserrhoden aus demographischen Gründen nur noch einen Nationalratssitz belegen dürfen, so empfinde ich es als Überheblichkeit, wenn die FDP diesen Sitz auch gleich beanspruchen möchte und dazu ihr «bestes Pferd» ins Rennen schickt. Die Zeiten sind nun wirklich vorbei (zum Glück), zu welchen die FDP in unserem Kanton beinahe eine Monopolstellung inne hatte. Um der Wählerschaft gerecht zu werden, gehört dieser eine Sitz einer andern Partei, vorab der SVP. Anderseitig käme es einer Amtsenthebung gleich, wenn Nationalrat Jakob Freund den seit sechs Jahren innegehabten Sitz in Bern entzogen würde. Er hat seine Sache, insbesondere in den Kommissionen, gut gemacht, auch wenn er sich nicht täglich in die Rednerliste eintragen lässt. Es gibt genug andere, die sich gerne reden hören, auch wenn sie nichts Neues zu sagen haben. Darum, verehrte Stimmbürger und Stimmbürgerinnen, machen Sie aus Ihrem Herzen keine Mördergrube und wählen Sie Hans-Rudolf Merz in den Ständerat und Jakob Freund in den Nationalrat. Dann sind wir in Bern gut vertreten.

F. T. Sonderegger

Engishöhe, Schwellbrunn

Welche Vertretung will der Ausserrhoder?

Mit Hans-Rudolf Merz als FDP-Ständerat ist Appenzell Ausserrhoden kompetent vertreten. Er als Wirtschaftsmann leistet gute Arbeit in Bern und seinen Voten wird auch das nötige Gewicht zugesprochen. Er hat auch gute Arbeit geleistet bei der Sanierung, welche zum Verkauf geführt hat, der Appenzeller Kantonalbank, welche damals ausschlieslich von FDP-Händen geführt wurde.

Nun wäre es einfach verfehlt, wenn wieder nur die FDP-Vertreter nach Bern schicken würde. Zudem haben wir mit dem bisherigen Nationalrat Jakob Freund ein bewährtes und bestbekanntes Mitglied in Bern. Jakob Freund vertritt unseren Mittelstand und kennt die Sorgen, aber auch die Werte, die unser Kanton und unser Land besitzt. Er setzt sich für den Schutz unserer Schweiz ein (Militär) und wehrt sich, die Selbständigkeit zu verlieren. Ein EU-Beitritt ist bei ihm kein Thema, und so vertritt er die Mehrheit der Appenzeller. Für mich ist es keine Frage: Jakob Freund gehört die Bestätigung und nicht die Abwahl, das wäre nicht die Art eines freien Appenzeller Stimmbürgers.

Max Schläfer

Hinteres Nord 5, Heiden

Ein Gedicht

Je Kleiner desto Freund - doch Müller ist ein Knüller!

Jörg Scherrer

Ober Bendlehn 14, Speicher

Produzierende Land- wirtschaft ist wichtig

Mehr denn je ist die schweizerische Landwirtschaft auf Einflussnahme von Praktikern im Parlament angewiesen. Obschon die verhängnisvolle Liberalisierung in vollem Gang ist, muss in Bern für das Volk gerettet werden, was möglich ist. Gerade wegen der globalen Umherkarrerei und Fliegerei gerät das Hochlohnland Schweiz mit den weltweit höchsten Auflagen und unüberschaubarer Bürokratie in akute Bedrängnis. Die viel zu billigen Massen-Ferntransporte helfen mit das Klima zu verändern. Immer häufigere und gewaltigere Naturkatastrophen sind die Folge. Die Erhaltung der einheimischen Nahrungsproduktion war und wird lebenswichtig. Dazu gehört ganz besonders unsere sonst klimatisch benachteiligte Berg- und Hügellandschaft. In Trockenjahren fällt im Voralpengebiet meist durch Gewitter etwas mehr Niederschlag. Dadurch leidet dieses Gebiet, ausser extremen Sonnenhalden, etwas weniger an Trockenheit.

Sehr erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die touristische Schönheit intakter Landschaften, dank der Bauern. Vergandung ganzer Landstriche und Entvölkerung kann ja niemandem von Nutzen sein. Wir brauchen in Bern Praktiker, die diese Werte verteidigen und nicht nach Brüssel schielen, wo wirtschaftlich mehr Nachteile zu erwarten wären. Sie müssen die Nachahmung der maroden EU-Agrarpolitik verhindern helfen. Die meisten Betriebe sind dort trotz gewaltigen Vergrösserungen, wegen ständig sinkenden Preisen meist erfolglos geblieben. Denn die Spirale dreht sich weiter. Entweder werden die Bauernfamilien von zu viel Arbeit erdrückt oder bei zu grossen Investitionen von Schulden erwürgt. Der Landwirtschaftsartikel in der schweizerischen Verfassung ist umzusetzen. Wenn es laut Studien so weitergeht, ist in 20 Jahren der Nährstand nicht mehr garantiert. Wir brauchen keine industrielle Landwirtschaft mit den monotonen, schädlichen Nebenwirkungen, sondern intakte Familienbetriebe auf heimeligen Bauernhöfen, die auch der nächsten Generation eine Existenz bieten mit einer gesunden Nahrungsproduktion. Direktzahlungen, die sowieso wegen Finanzierungsnot tendenziell zurückgehen könnten, sollten in Zukunft mehr die Arbeit belohnen als nur die Fläche. Unser fachlich bewährte, bodenständige Vertreter mit Erfahrung, der auch die Zusammenhänge der ganzen Volkswirtschaft erkennt, ist am besten fähig die grossen Aufgaben zu meistern. Der richtige Mann am richtigen Ort heisst: Nationalrat Freund.

Ernst Krüsi-Roth sen.

Rütistrasse 14, Speicherschwendi

Uneinigkeit innerhalb der FDP?

Vor den Regierungsratswahlen sagte Jürg Wernli, der Mittagstisch an der Schule Herisau sei ein Flop und sei fast nicht erwünscht. Marianne Kleiner nennt aber genau diesen so genannten «Mittagstisch» ein Ziel, das baldmöglichst eingeführt werden sollte. 

Das Volk hat die Mutterschaftsversicherung erst kürzlich verworfen. Jetzt soll sie unter allen Umständen doch noch eingeführt werden. Frau Kleiner macht sich laut Homepage stark für Teilzeitstellen und Jobsharing. Dies ist in vielen Berufen kaum durchführbar und von den meisten Arbeitgebern nicht gewünscht. Offenbar ist sich die FDP nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch innerhalb des Kantons nicht einig.  Bei FDP-Vertretern ist oftmals nicht abzusehen, wie sie sich im Rat verhalten werden und man weiss nie, ob sie in den verschiedensten Sachvorlagen während den vier Jahren wirklich die Meinung der Wählerinnen und Wähler konstant vertreten werden. Vier Jahre ist eine lange Zeit und jede Wählerin und jeder Wähler muss sich sicher sein, dass er während der ganzen Legislaturperiode richtig vertreten ist. Aus diesem Grund wähle ich Jakob Freund von der SVP, da weiss man, was man hat!

Michael Müller

Eggstrasse 6a, Herisau

Käuflicher Nationalratssitz?

Ist es nun auch bei uns im Appenzellerland soweit? Kann man sich mit Geld und Beziehungen alles verwirklichen? Der Wahlkampf von Marianne Kleiner scheint in diese Richtung zu zielen: Ganzseitige Inserate, Inserate mitten im Text, Übergrosse Wahlplakate, in fast jeden Zeitungsbericht positiv erwähnt ..., damit zeigt Frau Kleiner, woher sie kommt und für wen sie sich einsetzen wird. Sie vertritt die Hochfinanz und die 1000 Gutbetuchten in unserem Kanton, aber sicher nicht das einfache Volk. Lassen auch Sie sich nicht blenden vom Glanz des Geldes.

Ernst Frischknecht

Ebni 5a, 9053 Teufen

Diesmal wählen Frauen einen Mann

Eine starke Stimme für eine fortschrittliche Familienpolitik soll unsere Ausserrhoder Vertretung im Nationalrat haben. Deshalb nun aber einfach eine Frau zu wählen, wäre kurzsichtig, denn Frausein allein bedeutet noch lange nicht, die Probleme von Frauen und von heutigen Durchschnitts-Familien wirklich wahrzunehmen und sich für diese stark zu machen. Sparen allein löst diese Probleme nämlich nicht, ebenso wenig wie Steuergeschenke an obere Lohnklassen. In seiner langjährigen politischen Tätigkeit hat Ivo Müller immer wieder gezeigt, dass er sensibel ist für familien-, frauen- und sozialpolitische Themen. Ich wähle ihn mit der Überzeugung, dass er die Interessen von Frauen und Familien, die Interessen des tatsächlichen Mittelstandes, in Bern wirklich und wirksam vertreten wird.

Ursula Federer

Dorf 4, Speicher

Zu protzig

Der Wahlkampf von Frau Kleiner ist eine Spur zu protzig und zu aufdringlich. Diese überdimensionierten Plakate, die ganzseitigen Inserate und diese Kleinanzeigen im Textteil der Appenzeller Zeitung sind unappenzellisch. Was wir in Bern brauchen, sind bescheidene Menschen, welche nicht ihre eigene Person in den Vordergrund stellen. Wir haben mit Jakob Freund einen Politiker in Bern, der seine Sache gut macht und der es weiterhin verdient, die nächsten vier Jahre unseren Kanton im eidgenössischen Parlament zu vertreten.

Brigitte Bürki

Alpsteinstrasse 81, Herisau

Marianne Kleiner, wer den sonst?

Haben wir Frauen uns jahrelang um ein Stimmrecht bemüht, dass wir dann als Appenzell Ausserhoder Vertretung zwei Männer nach Bern schicken? Nein. In den Ständerat Hans-Rudolf Merz, ja. Für den Nationalrat aber wählen wir eine Frau. Es steht eine bestens ausgewiesene, ja die beste Kandidatin, zur Verfügung. Das sollte uns Frauen, über alle Parteigrenzen hinweg, überzeugen, Marianne Kleiner, alt Regierungsrätin, in den Nationalrat zu wählen. Und noch etwas: Marianne Kleiner setzt sich mindestens so stark für Kultur und Künstler ein wie ihr politischer Gegenspieler von der SVP.

Elsbeth Sulzer

Im Holz 6, Teufen

Leserbriefe

zu den Wahlen und Sachabstimmungen vom 19. Oktober müssen bis spätestens Dienstag, 14. Oktober, 12 Uhr, im Besitz der Redaktion sein. Letzte Leserbriefe werden am Donnerstag, 16. Oktober publiziert. (apz)

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