leserbriefe
Meinungen zu den eidgenössischen Wahlen
Wir wählen Jakob Freund
Der Wahlkampf um den noch einzigen
Nationalratssitz des Kantons Appenzell A. Rh. ist in vollem Gange.
Leserbriefschreiber/-innen wollen dem Stimmvolk Marianne Kleiner von der
FDP als die einzig richtige Person für den Nationalrat beliebt machen. Die
persönlichen Verdienste von Frau Kleiner wollen wir ganz bestimmt nicht in
Frage stellen; es ist aber falsch und naiv zu glauben, nur dank Frau
Kleiner seien die Finanzen unseres Kantons wieder im Lot, wenn sie es denn
wirklich sind! Es ist nun einmal so, dass ein guter Rechnungsabschluss
nicht als das alleinige Verdienst der Finanzdirektorin reklamiert werden
kann. Die Wählerinnen und Wähler haben nicht vergessen, dass sie es waren,
die mit ihren Steuern die Kantonsfinanzen saniert haben. Richtig hingegen
ist, dass die scheuklappenartige Fokussierung auf die Finanzen zur
blamablen Situation führte, dass Ausserrhoden einer der wenigen Kantone
ist, der nicht zuletzt wegen der Steuerpolitik einen Bevölkerungsrückgang
zu verzeichnen hat und deshalb nur noch einen Nationalrat nach Bern
delegieren kann. Die über eine absolute Mehrheit im Kanton verfügende FDP
hat diese Vorkommnisse zu verantworten, vor allem in der unrühmlichen
Geschichte der Kantonalbank sind die Verantwortlichen mit Samthandschuhen
verabschiedet worden. Aus diesen Gründen wollen wir die FDP nicht mit dem
noch einzigen Nationalratssitz belohnen. Ausserrhoden ist in Bern sehr gut
vertreten mit dem unbestrittenen und profilierten FDP-Ständerat Hans-Ruedi
Merz.
Wir wollen nicht nur durch die FDP in Bern
vertreten sein. Deshalb wählen wir Jakob Freund, Bühler, und empfehlen
Ihnen, dasselbe auch zu tun. Jakob Freund ist ein engagierter und
unermüdlicher Schaffer in den Kommissionen sowie ein verlässlicher
Nationalrat in den Abstimmungen. Unsere Bevölkerung wählt keinen
verdienten Politiker ab!
Peter und Trudi Zähner-Schönenberger
Dorf 871, Stein
Das Spektrum Links bis Mitte abdecken
Am 19. Oktober wissen wir, wer Ausserrhoden
im Nationalrat vertreten wird. Heute wissen wir, dass der Regierungsrat
von der FDP dominiert wird, der SP-Sitz an die SVP ging und der Ständerat
ein FDP-Vertreter sein wird. Einwohner unseres Kantons betonen immer
wieder die Wichtigkeit der Personenwahl und nicht der Parteizugehörigkeit.
Ich teile diese Meinung und trete ein für den konstruktiven Dialog,
parteiübergreifend und auf Sachebene. Es fehlen mir die Gesprächspartner,
welche das Spektrum Links bis Mitte abdecken. Es fehlen mir die Themen,
welche nicht nur finanziell einschätzbar sind, aber mit Lebensqualität und
Wohlbefinden zu tun haben. Es fehlen mir die Konterer, welche mit schrägen
Pflöcken Diskussionen auslösen. Es fehlt mir das Spiel, in welchem nicht
mit Pfeilen, aber mit Ringen geworfen wird. Das Thema «Finanzen» soll
weder unterschätzt noch auf die lange Bank geschoben werden. Stellen wir
uns doch einmal eine Familie in finanzieller Not vor. Wenn das Geld zu
versiegen droht, müssen sich alle nach der Decke strecken, wohl oder übel.
Es gibt aber auch da immer wieder Prioritäten, welche ohne Worte und mit
dem grössten Selbstverständnis durch alle Zeiten hindurch verteidigt
werden. Ich denke an Begriffe wie: Gesundheit, Freiheit, Wohlbefinden,
Bildung, ... und schlussendlich das Vertrauen, dass mit vereinten Kräften
über kurz oder lang eine Besserung eintreten wird. Ich plädiere nicht für
Blauäugigkeit, aber für sachliches und fachkundiges Abwägen mit Einbezug
der unbewertbaren Kostbarkeiten des schmucken Appenzellerlandes. Ich wähle
Ivo Müller.
Lisa Wüthrich
Sägentobel, Walzenhausen
Unwillig oder unfähig?
Es wird zunehmend deutlicher, dass unser
Parlament unwillig ist, den im Volke vorhandenen Sparwillen umzusetzen.
Noch bedenklicher ist jedoch die Erkenntnis, dass ein Teil unserer
Volksvertreter unfähig ist zu sparen. Kaum ein Tag vergeht nicht ohne
Beteuerung eines Ratsmitgliedes oder gar der Bundesvergeltung
(Asylpolitik), dass Kreditreduktionen kontraproduktiv, ungerecht, falsch
oder gar kostensteigernd sein sollen.
Der Ausserrhoder Souverän ist in der
glücklichen Lage unter zwei Nationalratskandidaten und einer Kandidatin
auswählen zu können. Beim Auswählen stelle ich mir die Frage, wer von den
dreien denn schon bewiesen hat, dass er/sie sparen kann und will. Die
Steuern erhöhen will ich nicht. Ich will, dass gespart wird. Deshalb gehe
ich auf Nummer sicher und werde wohl meine Stimme der Kandidatin Kleiner
geben.
Alfons Wick
Seeblickstrasse 7, Speicherschwendi
Mit Merz und Freund gut vertreten
Die Ausgangslage ist bekannt. Auf den
Einzelsitz im Ständerat erhebt die FDP mit dem bestausgewiesenen und
landesweit beliebten Hans-Rudolf Merz ihren Anspruch. Dem ist gut so und
wird über alle Parteigrenzen hinweg unterstützt.
Wenn wir in Ausserrhoden aus demographischen
Gründen nur noch einen Nationalratssitz belegen dürfen, so empfinde ich es
als Überheblichkeit, wenn die FDP diesen Sitz auch gleich beanspruchen
möchte und dazu ihr «bestes Pferd» ins Rennen schickt. Die Zeiten sind nun
wirklich vorbei (zum Glück), zu welchen die FDP in unserem Kanton beinahe
eine Monopolstellung inne hatte. Um der Wählerschaft gerecht zu werden,
gehört dieser eine Sitz einer andern Partei, vorab der SVP. Anderseitig
käme es einer Amtsenthebung gleich, wenn Nationalrat Jakob Freund den seit
sechs Jahren innegehabten Sitz in Bern entzogen würde. Er hat seine Sache,
insbesondere in den Kommissionen, gut gemacht, auch wenn er sich nicht
täglich in die Rednerliste eintragen lässt. Es gibt genug andere, die sich
gerne reden hören, auch wenn sie nichts Neues zu sagen haben. Darum,
verehrte Stimmbürger und Stimmbürgerinnen, machen Sie aus Ihrem Herzen
keine Mördergrube und wählen Sie Hans-Rudolf Merz in den Ständerat und
Jakob Freund in den Nationalrat. Dann sind wir in Bern gut vertreten.
F. T. Sonderegger
Engishöhe, Schwellbrunn
Welche Vertretung will der Ausserrhoder?
Mit Hans-Rudolf Merz als FDP-Ständerat ist
Appenzell Ausserrhoden kompetent vertreten. Er als Wirtschaftsmann leistet
gute Arbeit in Bern und seinen Voten wird auch das nötige Gewicht
zugesprochen. Er hat auch gute Arbeit geleistet bei der Sanierung, welche
zum Verkauf geführt hat, der Appenzeller Kantonalbank, welche damals
ausschlieslich von FDP-Händen geführt wurde.
Nun wäre es einfach verfehlt, wenn wieder nur
die FDP-Vertreter nach Bern schicken würde. Zudem haben wir mit dem
bisherigen Nationalrat Jakob Freund ein bewährtes und bestbekanntes
Mitglied in Bern. Jakob Freund vertritt unseren Mittelstand und kennt die
Sorgen, aber auch die Werte, die unser Kanton und unser Land besitzt. Er
setzt sich für den Schutz unserer Schweiz ein (Militär) und wehrt sich,
die Selbständigkeit zu verlieren. Ein EU-Beitritt ist bei ihm kein Thema,
und so vertritt er die Mehrheit der Appenzeller. Für mich ist es keine
Frage: Jakob Freund gehört die Bestätigung und nicht die Abwahl, das wäre
nicht die Art eines freien Appenzeller Stimmbürgers.
Max Schläfer
Hinteres Nord 5, Heiden
Ein Gedicht
Je Kleiner desto Freund - doch Müller ist ein
Knüller!
Jörg Scherrer
Ober Bendlehn 14, Speicher
Produzierende Land- wirtschaft ist wichtig
Mehr denn je ist die schweizerische
Landwirtschaft auf Einflussnahme von Praktikern im Parlament angewiesen.
Obschon die verhängnisvolle Liberalisierung in vollem Gang ist, muss in
Bern für das Volk gerettet werden, was möglich ist. Gerade wegen der
globalen Umherkarrerei und Fliegerei gerät das Hochlohnland Schweiz mit
den weltweit höchsten Auflagen und unüberschaubarer Bürokratie in akute
Bedrängnis. Die viel zu billigen Massen-Ferntransporte helfen mit das
Klima zu verändern. Immer häufigere und gewaltigere Naturkatastrophen sind
die Folge. Die Erhaltung der einheimischen Nahrungsproduktion war und wird
lebenswichtig. Dazu gehört ganz besonders unsere sonst klimatisch
benachteiligte Berg- und Hügellandschaft. In Trockenjahren fällt im
Voralpengebiet meist durch Gewitter etwas mehr Niederschlag. Dadurch
leidet dieses Gebiet, ausser extremen Sonnenhalden, etwas weniger an
Trockenheit.
Sehr erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang
die touristische Schönheit intakter Landschaften, dank der Bauern.
Vergandung ganzer Landstriche und Entvölkerung kann ja niemandem von
Nutzen sein. Wir brauchen in Bern Praktiker, die diese Werte verteidigen
und nicht nach Brüssel schielen, wo wirtschaftlich mehr Nachteile zu
erwarten wären. Sie müssen die Nachahmung der maroden EU-Agrarpolitik
verhindern helfen. Die meisten Betriebe sind dort trotz gewaltigen
Vergrösserungen, wegen ständig sinkenden Preisen meist erfolglos
geblieben. Denn die Spirale dreht sich weiter. Entweder werden die
Bauernfamilien von zu viel Arbeit erdrückt oder bei zu grossen
Investitionen von Schulden erwürgt. Der Landwirtschaftsartikel in der
schweizerischen Verfassung ist umzusetzen. Wenn es laut Studien so
weitergeht, ist in 20 Jahren der Nährstand nicht mehr garantiert. Wir
brauchen keine industrielle Landwirtschaft mit den monotonen, schädlichen
Nebenwirkungen, sondern intakte Familienbetriebe auf heimeligen
Bauernhöfen, die auch der nächsten Generation eine Existenz bieten mit
einer gesunden Nahrungsproduktion. Direktzahlungen, die sowieso wegen
Finanzierungsnot tendenziell zurückgehen könnten, sollten in Zukunft mehr
die Arbeit belohnen als nur die Fläche. Unser fachlich bewährte,
bodenständige Vertreter mit Erfahrung, der auch die Zusammenhänge der
ganzen Volkswirtschaft erkennt, ist am besten fähig die grossen Aufgaben
zu meistern. Der richtige Mann am richtigen Ort heisst: Nationalrat
Freund.
Ernst Krüsi-Roth sen.
Rütistrasse 14, Speicherschwendi
Uneinigkeit innerhalb der FDP?
Vor den Regierungsratswahlen sagte Jürg
Wernli, der Mittagstisch an der Schule Herisau sei ein Flop und sei fast
nicht erwünscht. Marianne Kleiner nennt aber genau diesen so genannten
«Mittagstisch» ein Ziel, das baldmöglichst eingeführt werden sollte.
Das Volk hat die Mutterschaftsversicherung
erst kürzlich verworfen. Jetzt soll sie unter allen Umständen doch noch
eingeführt werden. Frau Kleiner macht sich laut Homepage stark für
Teilzeitstellen und Jobsharing. Dies ist in vielen Berufen kaum
durchführbar und von den meisten Arbeitgebern nicht gewünscht. Offenbar
ist sich die FDP nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch innerhalb
des Kantons nicht einig. Bei FDP-Vertretern ist oftmals nicht
abzusehen, wie sie sich im Rat verhalten werden und man weiss nie, ob sie
in den verschiedensten Sachvorlagen während den vier Jahren wirklich die
Meinung der Wählerinnen und Wähler konstant vertreten werden. Vier Jahre
ist eine lange Zeit und jede Wählerin und jeder Wähler muss sich sicher
sein, dass er während der ganzen Legislaturperiode richtig vertreten ist.
Aus diesem Grund wähle ich Jakob Freund von der SVP, da weiss man, was man
hat!
Michael Müller
Eggstrasse 6a, Herisau
Käuflicher Nationalratssitz?
Ist es nun auch bei uns im Appenzellerland
soweit? Kann man sich mit Geld und Beziehungen alles verwirklichen? Der
Wahlkampf von Marianne Kleiner scheint in diese Richtung zu zielen:
Ganzseitige Inserate, Inserate mitten im Text, Übergrosse Wahlplakate, in
fast jeden Zeitungsbericht positiv erwähnt ..., damit zeigt Frau Kleiner,
woher sie kommt und für wen sie sich einsetzen wird. Sie vertritt die
Hochfinanz und die 1000 Gutbetuchten in unserem Kanton, aber sicher nicht
das einfache Volk. Lassen auch Sie sich nicht blenden vom Glanz des
Geldes.
Ernst Frischknecht
Ebni 5a, 9053 Teufen
Diesmal wählen Frauen einen Mann
Eine starke Stimme für eine fortschrittliche
Familienpolitik soll unsere Ausserrhoder Vertretung im Nationalrat haben.
Deshalb nun aber einfach eine Frau zu wählen, wäre kurzsichtig, denn
Frausein allein bedeutet noch lange nicht, die Probleme von Frauen und von
heutigen Durchschnitts-Familien wirklich wahrzunehmen und sich für diese
stark zu machen. Sparen allein löst diese Probleme nämlich nicht, ebenso
wenig wie Steuergeschenke an obere Lohnklassen. In seiner langjährigen
politischen Tätigkeit hat Ivo Müller immer
wieder gezeigt, dass er sensibel ist für familien-, frauen- und
sozialpolitische Themen. Ich wähle ihn mit der Überzeugung, dass er die
Interessen von Frauen und Familien, die Interessen des tatsächlichen
Mittelstandes, in Bern wirklich und wirksam vertreten wird.
Ursula Federer
Dorf 4, Speicher
Zu protzig
Der Wahlkampf von Frau Kleiner ist eine Spur
zu protzig und zu aufdringlich. Diese überdimensionierten Plakate, die
ganzseitigen Inserate und diese Kleinanzeigen im Textteil der Appenzeller
Zeitung sind unappenzellisch. Was wir in Bern brauchen, sind bescheidene
Menschen, welche nicht ihre eigene Person in den Vordergrund stellen. Wir
haben mit Jakob Freund einen Politiker in Bern, der seine Sache gut macht
und der es weiterhin verdient, die nächsten vier Jahre unseren Kanton im
eidgenössischen Parlament zu vertreten.
Brigitte Bürki
Alpsteinstrasse 81, Herisau
Marianne Kleiner, wer den sonst?
Haben wir Frauen uns jahrelang um ein
Stimmrecht bemüht, dass wir dann als Appenzell Ausserhoder Vertretung zwei
Männer nach Bern schicken? Nein. In den Ständerat Hans-Rudolf Merz, ja.
Für den Nationalrat aber wählen wir eine Frau. Es steht eine bestens
ausgewiesene, ja die beste Kandidatin, zur Verfügung. Das sollte uns
Frauen, über alle Parteigrenzen hinweg, überzeugen, Marianne Kleiner, alt
Regierungsrätin, in den Nationalrat zu wählen. Und noch etwas: Marianne
Kleiner setzt sich mindestens so stark für Kultur und Künstler ein wie ihr
politischer Gegenspieler von der SVP.
Elsbeth Sulzer
Im Holz 6, Teufen
Leserbriefe
zu den Wahlen und Sachabstimmungen vom 19.
Oktober müssen bis spätestens Dienstag, 14. Oktober, 12 Uhr, im Besitz der
Redaktion sein. Letzte Leserbriefe werden am Donnerstag, 16. Oktober
publiziert. (apz)