Leserbriefe
Leserbriefe zu den Nationalratswahlen
Weibliche Sicht- weise für Nationalrat
Weite Teile der Ausserrhoder Bevölkerung
erinnern sich an die Tatsache, dass sich im Frühjahr 2003 ausschliesslich
Männer um die frei werdenden Regierungsratssitze beworben haben. Der
schwindende Einfluss der Frauen auf die kantonale Politik musste damals
mangels einer Kandidatin stillschweigend hingenommen werden, immerhin
verbunden mit dem Gedanken, dass dieser Tendenz bei nächster Gelegenheit
Einhalt zu gebieten sei.
Nun ist diese Gelegenheit auf nationaler
Ebene gekommen: Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die sich nicht nur
Gedanken machen über die politische Positionierung der Kandidaten etwas
mehr links oder rechts durch die sie sich in Bern vertreten lassen wollen
sondern denen auch die weibliche Sichtweise wichtig ist, wählen Marianne
Kleiner in den Nationalrat. Zugegeben, das Geschlecht alleine kann nicht
massgebend sein, doch Marianne Kleiner hat mit ihrer Arbeit als
Finanzdirektorin und als erste Frau Landammann überzeugt. Ihre Arbeit für
den Kanton Appenzell A.Rh. hat ihr auch auf nationaler Ebene zu einem
Bekanntheitsgrad verholfen, der ihr erlaubt, vom ersten Tag an in Bern
wesentlich Einfluss zu nehmen auf die Zukunft unseres Landes, von welcher
auch der Kanton Appenzell A.Rh. nicht unbeeinflusst bleibt. Marianne
Kleiner wird in Bern Anliegen vertreten, die einem rein männlichen Gremium
aus dem Kanton Appenzell A.Rh. weitgehend verschlossen bleiben allein
schon aus ihrer Erfahrung als Ehefrau, Mutter, Grossmutter und
berufstätiger Frau, welche die vielfältigsten Aufgaben zu vereinen hat.
Auch ihr wird die Quadratur des Kreises in Sachen Familienpolitik und in
andern Bereichen der Politik nicht zur Zufriedenheit aller gelingen, doch
wird sie für alle eine gute Ansprechpartnerin sein und ihre Haltung stets
fundiert begründen können. Übrigens, es ist richtig, dass sowohl Marianne
Kleiner als auch Hansruedi Merz in Herisau wohnen. In Bern werden die
Politiker aber nicht ihres Wohnsitzes wegen wahrgenommen, sondern wegen
ihrer politischen Einflussnahmemöglichkeit. Letztere wird bei Marianne
Kleiner gross sein.
Aline Auer
Alleeweg, Teufen
Soll man gute Politiker abwählen?
Es gibt keinen Grund, einen der beiden
bisherigen Parlamentarier abzuwählen. Beide haben in Bern in der letzten
Legislaturperiode hervorragende Arbeit geleistet und verdienen eine
Wiederwahl. Das Duo hat sich bewährt und repräsentiert eine gerechte
Vertretung unseres Kantons. Aus diesem Grund werde ich Hans-Rudolf Merz
(Herisau) wieder in den Ständerat und Jakob Freund (Bühler) wieder in den
Nationalrat wählen.
David Zuberbühler
Viaduktstrasse 12, Herisau
Linke, wählt Kleiner!
Ich finde es wirklich tragisch. Doch es ist
eine Tatsache: Ausserrhoden hat künftig nur noch einen Sitz im
Nationalrat. Umso wichtiger ist es, diesen Platz durch eine kompetente,
erfahrene, politisch geschickt agierende Persönlichkeit zu besetzen. Das
schränkt die Auswahl in Ausserrhoden für die anstehenden Wahlen bereits
auf einen Namen ein. Die politisch Linke im Kanton trauert noch immer dem
Herbert-Maeder-Sitz nach, der damals an die SVP und ihren Freund verloren
ging. Die SP versucht seither, den Sitz zurückzuholen. Auch diesmals.
Nichts gegen Ivo Müller, aber seien wir
realistisch: Müller hat keine Chance. Freund dafür umso mehr. Deshalb ist
für mich als links denkenden Bürger klar: Allein schon aus taktischen
Gründen müssen wir Linken Marianne Kleiner die Stimme geben. Nur so können
wir Jakob Freunds zweite Amtsdauer verhindern - für mich das oberste Ziel
dieser Wahlen. Denn wie gesagt: Wir brauchen eine politisch klug agierende
Persönlichkeit in Bern. Wir brauchen Marianne Kleiner. Sie braucht
auch die Stimmen von SP und Grünen, um gewählt zu werden.
Benno Gämperle
Steinleuten Gais und Happerswil TG
Wen soll ich am 19. Oktober wählen?
Wenn ich durch unseren Kanton fahre, werde
ich tagtäglich mit unseren Kandidaten bzw. unserer Kandidatin für den
Ausserrhoder Sitz im Nationalrat in Form von teils überdimensionierten
Plakaten konfrontiert. Ich habe mir auch gerne die Zeit genommen, diese
«unsere» Kandidaten und Kandidatin an einem Podiumsgespräch zu erleben.
Seien wir doch ehrlich, das Ohr muss heute
ebenso geduldig wie das Papier sein. Da wird von Beziehungen, Kompetenz
und Leistungsausweisen geprahlt, Türen, die sich weit öffnen werden, wenn
eine bestimmte Kandidatin in Bern gewählt. bzw. vorstellig wird ... Alles
Hafenkäse. Mir ist ein stiller Schaffer, mit den - unserer Kantonsgrösse -
angepassten Plakatwänden einiges lieber als die protzige, aber sympathisch
wirkende Grossleinwand-Platzhalterin, die eh nur die Interessen der
Hochfinanz anstelle des Mittelstandes und der KMU vertritt. Da hilft auch
der Frauenbonus nicht. Mich würde auch eine offizielle Empfehlung der
Frauenzentrale interessieren ... Eine Privatperson kann kaum ein Interesse
haben, derart grosszügige Budgets, ich schätze 120 000 bis
150 000 Franken, für sich selbst zu investieren, oder tun dies etwa
andere für sie? Darum: Des einen Feind, des andern FREUND ..., ist besser
als gross, grösser, KLEINER oder etwa das Wandern ist des MÜLLERS Lust !
Christian Meng
Kurvenstrasse 17, Lustmühle
Merz - Müller; eins rächts, eins links
Inestäche, umeschlah durezieh und abelah,
bald rächts, bald links und öppe emol e Müschterli. Damit denn aber de
Pulli am Schluss au nach öppis usgseht, münd d Börtli eis rächts, eis
links glismet si.
Genau so ist es im Appenzellerland. Bunt
gemischt findet man Rechts und Links und öppe emol e Müschterli. Um diese
Vielfalt in Bern zu vertreten, stehen uns nur gerade zwei Personen zur
Verfügung: ein Nationalrat und ein Ständerat. Diese beiden sollen die
appenzellische Vielfalt als Ganzes und Zusammengehörendes zur Geltung
bringen. Wie beim Pulli braucht es dazu eine rächts, eine links. Mit
Hans-Rudolf Merz im Ständerat sind die bürgerlichen und wirtschaftlichen
Interessen gut vertreten. In idealer Ergänzung dazu wird Ivo Müller im Nationalrat auch die sozialen,
kulturellen und ökologischen Aspekte im Auge haben und die
wirtschaftlichen Fragen aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Als
heller und dialogfähiger Kopf ist er in der Lage sich einzubringen und
Ausserrhoden kompetent und sachlich zu vertreten. Nur durch Zusammenarbeit
und mit einer Vertretung aller Interessen kommen wir als kleiner Kanton
weiter und werden in Bern gehört. Deshalb eine rächts, eine links. Deshalb
Ivo Müller in den Nationalrat.
Ruth Beutler
Untere Steinegg 5, Herisau
Die Jungen wählen Marianne Kleiner
Die eidgenössischen Wahlen stehen vor der
Tür. Gerade als junger Bürger überlege ich mir genau, wem ich am 19.
Oktober das Vertrauen schenken soll. In der kommenden Legislaturperiode
gilt es nämlich wichtige Entscheidungen zu treffen, die für die
zukünftigen Generationen von grosser Bedeutung sind. Ich denke dabei an
die Sozialpolitik, wo aufgrund der demographischen Entwicklung die Weichen
frühzeitig richtig gestellt werden müssen. Wie alle Industrienationen
steht auch die Schweiz vor der grossen Herausforderung, die Sozialwerke
auf eine nachhaltige und solide Basis zu stellen.
Der Wahlkampf sowie die Reaktionen auf die
Vorschläge von Bundesrat Couchepin haben mir jedoch gezeigt, dass sich
viele Politiker dieser Verantwortung den Jungen gegenüber nicht bewusst
sind. Billige Polemik (Politische Linke, Rentenklau), Ignoranz und
Kurzsichtigkeit (z.B Gold in die AHV) sind die falschen Antworten auf die
Fragen von morgen. Wir brauchen Persönlichkeiten im Parlament, die die
Herausforderungen der Zukunft annehmen und für liberale Lösungen kämpfen.
Politiker und Politikerinnen, die auch den Mut aufbringen politische Tabus
(z. B. Generationenvertrag) zu hinterfragen, damit die Belastungen
für kommende Generationen nichts ins Unermessliche steigen. Mit Marianne
Kleiner verfügt Ausserrhoden über eine Kandidatin, die dieses
Anforderungsprofil perfekt erfüllt. Als erfolgreiche Finanzdirektorin hat
Frau Kleiner den Beweis erbracht, dass eine nachhaltige Politik für sie
kein reines Schlagwort ist. Sie hat sich für eine zukunftsfähige und
verantwortungsbewusste Finanzpolitik eingesetzt, auch wenn sich Frau
Kleiner damit vielleicht nicht überall beliebt gemacht hat. Damit die
fortschrittliche und liberale Stimme Ausserrhodens in Bern auch nach Dorle
Vallender weiter zu hören ist, wähle ich Marianne Kleiner in den
Nationalrat. Ich hoffe vor allem, dass möglichst viele jüngere Bürgerinnen
und Bürger den Weg an die Urne finden und ihre Stimme ebenfalls der
freisinnigen Kandidatin geben.
Jesko Calderara
Im Stöckli 3, Heiden
Richtigstellung
Zum Leserbrief «Jakob Freund wieder in den
Nationalrat», Appenzeller Zeitung vom 23 September 2003
Im Leserbrief von Emil Kern, ehemaliger
Kreckelverwalter, sind unwahre Behauptungen, die so nicht im Raum stehen
gelassen werden können.
1. Die Finanzen des Kantons sind kerngesund;
wie sonst hätten Regierungsrat und Kantonsrat diese Woche einem
Steuerpaket zustimmen können, das zu schrittweisen Steuerausfällen von
geschätzten jährlichen 6,8 Mio. Franken führt? 2. Marianne Kleiner war nie
Mitglied der GSoA (Abschaffung der Schweizer Armee). Sie steht voll und
ganz hinter der heutigen Armee. Auch wenn man in einem Wahlkampf einiges
einstecken können muss, erfordert es die Fairness doch, dass man nicht das
Gegenteil der Wahrheit behauptet.
Roman Messmer
Parteipräsident FDP Appenzell A.Rh.
Hema Herisau, wie weiter?
Wie aus der Presse zu erfahren ist, gibt es
bedauerlicherweise immer mehr Institutionen oder Komitees, welche bei
finanziellen Engpässen einfach bei der Gemeinde anklopfen. Dem
Hema-Komitee wurde durch den Einwohnerrat Herisau 30 000 Franken
zugesichert. Wenn man von rund 1000 einheimischen Besuchern tagsüber
ausgeht, trägt jeder davon indirekt 30 Franken Eintrittsgeld dazu bei.
Andere Gemeinden haben ihre Ausstellungen nur
alle zwei bis fünf Jahre. Dadurch wird das Komitee gefordert, möglichst
keine Altlasten entstehen zu lassen, und die finanzielle Lage zu
optimieren. Wieso muss die Hema in Herisau alljährlich stattfinden? Der
jetzige Zeltaufbau nimmt sicher einen grossen Zeitaufwand ein, welcher
alljährlich wiederholt wird. Es könnte durchaus abgeklärt werden, die Hema
in einem bestehenden Gebäude mit zusätzlichen Aussenständen
kostengünstiger zu gestalten. Die Aussteller zahlen im jetzigen Zelt eine
Summe von rund 200 000 Franken Standortgebüren. In der heutigen Zeit
werden sowieso viele Informationen übers Internet eingeholt. Es ist auch
für die Aussteller sicher nicht einfach, alljährlich mit neuen
Attraktionen neue Kunden zu gewinnen. Auch bei der Unterhaltung während
der Abende wäre noch Sparpotenzial auszuloten. Zum Beispiel gibt es sicher
auch einheimische Künstler, welche mit einem Auftritt an der Hema
unterstützt werden könnten, anstelle von teuren Stars wie Maja Brunner
oder Monique zu engagieren. Der Platz ist im Zelt begrenzt, deshalb ist es
kaum möglich mit einem Eintritt von zehn Franken die Gage dieser Stars
herauszuholen. Nachträgliche Altlasten werfen viele Fragen auf. Ich
persönlich habe nichts gegen die Hema einzuwenden, aber sie muss in
Zukunft selbsttragend sein.
Karin Koller
Witenschwendi 3b,Herisau