Ivo Müller sprach über
die Zukunft der AHV
Rehetobel. Auf Einladung der Lesegesellschaft
Dorf stellte sich Nationalratskandidat Ivo
Müller im Restaurant Löwen, Rehetobel, vor und sprach über die AHV
und andere wichtige Anliegen.
Ivo Müller spannte
den Bogen von der weiten, offenen Sicht von Rehetobel auf Alpstein und See
hin zu der in der übrigen Schweiz oft verkannten Weitsicht der
appenzellischen Bevölkerung, einer Sicht, die auf verschiedenen Ebenen in
Bern zu vertreten sei. So sei auch die AHV, die 1948 eingeführt wurde,
eine weitsichtige Versicherung. Müller zitierte den Zweck-Artikel der
Bundesverfassung, in dem der Gedanke der möglichst grossen
Chancengleichheit unter den Bürgerinnen und Bürgern festgehalten ist.
Solidarität ist wichtig
Der Nationalratskandidat betonte die
Wichtigkeit der Solidarität, besonders auch im Zusammenhang mit dem
flexiblen Rentenalter. In einigen Berufen brennen die Arbeitenden früher
aus als in andern, wo es oft noch möglich sei, weit über das heutige
AHV-Alter hinaus tätig zu sein. Durch die Kürzungen bei den Witwenrenten
und der Erhöhung des AHV-Alters bei den Frauen wurden 800 Millionen
Franken gespart, welche für die Flexibilisierung des Rentenalters
eingesetzt werden könnten. Eine solche Flexibilisierung komme dann gerade
auch den Frauen wieder zugut.
Rentnerzahl wird sinken
In den Jahren 2010 bis 2040 treten die
geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Trotz des höheren Lebensalters
der Menschen wird nach 2035 die Zahl der Rentner wieder sinken. Müller
schlägt zur Finanzierung Beiträge aus der Mehrwertsteuer, den Gewinnen der
Nationalbank und eine Erhöhung der Tabaksteuer auf das Niveau unserer
Nachbarländer vor. Mit diesen Vorschlägen könne das demographische Problem
der AHV ohne Neuverschuldung gelöst werden. Die Vergangenheit hat
bewiesen, dass trotz gleich bleibendem Beitragssatz von 5,05 Prozent und
einer Zunahme des Rentneranteils von 60 Prozent die AHV nicht gelitten
hat. Ivo Müller äusserte sich auf Fragen aus
dem Publikum auch zu anderen Themen. So zum Beispiel zur IV, welche in den
letzten zehn Jahren eine grosse Steigerung der Zahl der Rentenbezüger hat
hinnehmen müssen. Der Grund dafür liege vor allem darin, dass die IV immer
mehr Renten an Arbeitnehmende ausbezahle, die in den Unternehmen nicht
mehr beschäftigt werden können. Eine neue gesetzliche Regelung sei bei
diesem Problem vonnöten. (pd)