Leserbriefe
Meinungen zu den eidgenössischen Wahlen
Marianne Kleiner in den Nationalrat
Während ihrer Amtszeit als Finanzdirektorin
hat Marianne Kleiner durch ihren Einsatz zweimal grossen Schaden vom
Kanton Appenzell Ausserrhoden abgewendet.
Sowohl das Kantonalbankdebakel als auch der
vom Bund vorgeschlagene interkantonale Finanzausgleich hätten nämlich für
den Kanton und alle Kantonseinwohner zu einer derart massiven finanziellen
Schlechterstellung geführt, dass der Kanton den Anschluss an die
umliegenden Kantone verloren hätte. Er wäre aufgrund steigender Steuern
unvermeidlich in eine Abwärtsspirale geraten, eine Abwärtsspirale mit
Arbeitsplatzverlusten, Lohnkürzungen und sinkender Attraktivität als Wohn-
und Standort. Die Rechnung hätten alle bezahlt, die Staats- und
Gemeindeangestellten und Landwirte genauso wie jeder einzelne
Steuerzahler. Marianne Kleiner ist es dank unermüdlichem Engagement,
Kämpfertum, fachlicher und menschlicher Kompetenz gelungen, Land und Leute
vor diesem Abstieg in die dritte Liga zu bewahren. Genau diese Qualitäten
von Marianne Kleiner sind auch in Bern zum Nutzen aller gefragt. Ich wähle
deshalb mit Überzeugung Marianne Kleiner.
Christof Schaefli,
Bächlistrasse, Teufen
Warum Köbi Freund?
Unser Kanton ist aufgebaut aus einem Netzwerk
von Klein- und Mitellbetrieben, Landwirtschaft und Dienstleisung. Jeder
Angestellte, Handwerker und Landwirt ist somit Stütze unseres Kantons.
Und genau diese Leute werden von Köbi Freund
vertreten. Als solider, ehrlicher Schaffer steht er in Bern für uns
Appenzeller ein. Köbi Freund nennt sich nicht Volksvertreter, er ist es.
Darum wählen wir Köbi Freund.
Ulrich Waldburger
Bühl, Urnäsch
Morgens ist die Welt noch in Ordnung
Um 9 Uhr beginnt für den Jüngsten der
Kindergarten. Seine grosse Schwester ist bereits seit 8 Uhr in der Schule
und für die Mittlere ist heute Turnen angesagt. Aber erst von 10 bis 12
Uhr. Bereits um 11 Uhr kommt der Kleine zurück, während für die Älteste
schon seit 10 Uhr die Schule aus ist.
Alltag bei jungen Ausserrhoder Familien, ein
Alltag, wie er jeden Betrieb der Privatwirtschaft organisatorisch an den
Rand des Ruins treiben würde. In der Wirtschaft kennen wir die
verschiedensten Arbeitszeitmodelle, die zum Ziel haben - je nach Branche
und Tätigkeit - im Interesse des Unternehmens und der Beschäftigten das
Optimum zu erreichen. Nur in der Schule scheint dies nicht zu
funktionieren. Seit Jahren wird immer wieder für Blockzeiten angerannt.
Aus mir schleierhaften Gründen gibt es dagegen Opposition von
verschiedensten Seiten. Damit muss Schluss sein, hier müssen endlich Nägel
mit Köpfen gemacht werden. Ich setze hier voll auf Marianne Kleiner, die
die richtige Frau ist, um Vorstössen für die Durchsetzung von Blockzeiten
zum Erfolg zu verhelfen. Es gibt Politiker, die sich einzig bemühen, im
Interesse ihrer Partei zu agieren. Die wähle ich nicht. Ich wähle die
Politikerin, die sich für die Sache einsetzt und auch Resultate bringt.
Keine Frage - meine Wahl ist Marianne Kleiner.
Regula Bruderer
Langenacker, Gais
Keiner wie Kleiner
Wen wählen wir eigentlich im Oktober? Ist es
eine Partei, ist es eine Person? Ich für mich wähle, wer meinen Heimat-
und Wohnkanton in Bern im Nationalrat vertreten soll.
Ich wähle jene Person, die sich Gehör
verschaffen kann, die sich durchsetzen kann und die nicht irgendwelche
Parolen der Parteizentrale aus Zürich wiederkäut. Es langt mir nicht, wenn
mein Kandidat ein netter Kerl ist, der nicht einmal im Kantonsrat über
sehr grossen Einfluss verfügt. Es ist nicht genug, wenn mein Kandidat ein
ehrlicher Schaffer ist, der politisch keine Konturen hat und so in der
Masse des Nationalrates verschwindet. Meine Kandidatin ist eine Frau mit
Profil, die etwas bewegen, die etwas erreichen kann. Nicht umsonst steht
unser Kanton finanziell weit besser da als vor der Amtszeit von Marianne
Kleiner als Finanzdirektorin. Und es war nicht einfach, unser Staatssäckel
wieder ins Lot zu bringen. Das ist für mich ein Leistungsausweis, der
gilt.
Eduard Tanner sen.
vorderer Flecken, Speicher
Woher kommt diese Sicherheit?
An einem Podium sagte die
Nationalratskandidatin der FDP, dass sie direkt in der Finanzkommission
und anderen einflussreichen Kommissionen Einsitz nehmen könnte. Ich frage
mich, woher sie sich so sicher ist?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Erstens: Der Filz
ist bereits so weit entwickelt, dass die Kommissionssitze bereits vor dem
gesetzeskonformen Prozess zugesichert werden. Schliesslich ist es das
Ratsbüro, welches die Zusammensetzung der Kommissionen nach
Fraktionsstärke bestimmt (u.a. Art. 43 ParlG, Art. 13 GR-NR etc.). Oder
zweitens: Es ist pure Überheblichkeit und Selbstüberschätzung. In
einflussreiche Kommissionen wird man nicht ohne weiteres gewählt und vor
allem nicht als neu eintretendes Mitglied. Der bisherige Nationalrat -
Jakob Freund - ist bereits im Parlament integriert und ist unter anderem
in der Geschäftsprüfungskommission, einer der wichtigsten Kommissionen des
Parlaments überhaupt. Es stellt sich die Frage, ob wir als Wähler dem Filz
vertrauen wollen und uns auf vage Aussagen stützen, oder ob wir auf
Konstanz setzen und den Bisherigen wieder nach Bern wählen wollen.
Jemanden, der eine hervorragende Arbeit verrichtet hat, bereits integriert
und akzeptiert ist, wählt man nicht einfach ab, sondern bestätigt ihn als
Lohn seiner Arbeit.
Roland Vonaesch
Industriestrasse, Herisau
Nein zu zweimal Herisau
Herisau als unser Hauptort ist mit dem
Ständerat Merz sehr gut vertreten. Soll der Nationalratssitz nun auch noch
nach Herisau gehen?
Eine zu starke Machtkonzentration durch zwei
Vertreter aus Herisau und zugleich beide aus der FDP hat sich in der
Vergangenheit noch nie bewährt. Das Appenzellerland besteht aus mehr als
nur aus dem Hauptort. Geben Sie der Abwahl der Bisherigen keine Chance,
wählen Sie das bewährte und erfolgreiche Duo Hansruedi Merz, FDP, aus
Herisau und Köbi Freund, SVP, aus Bühler weiterhin als unsere
Volksvertreter in Bern.
Walter Nef
Vorderhaus, Hundwil
Meine Gedanken zu den Wahlen
Leider hat Appenzell Ausserrhoden in Zukunft
nur noch einen Nationalratssitz in Bern. Deshalb ist es, wie bereits schon
von verschiedener Seite erwähnt, enorm wichtig, wen wir nach Bern
delegieren.
Wenn ich mir überlege, mit welchen Problemen
sich die Schweiz in nächster Zukunft politisch auseinander zu setzen hat,
so komme ich zum Schluss, dass nicht in erster Linie die Partei, sondern
die Persönlichkeit für das Auswahlprozedere massgebend ist. Eine
Persönlichkeit, die ein liberales Denken in den Vordergrund stellt. Eine
Persönlichkeit, die die wirtschaftliche Realität und die soziale Vernunft
im Auge behält. Der Erfolg unserer nationalen Politik liegt nicht in der
Abschottung der Schweiz von der übrigen Welt, und schon gar nicht in einer
zum Teil beinahe fundamentalistisch anmutenden Links- oder Rechtspolitik,
die sich meistens gegenseitig noch neutralisieren. Nun, wer von den zur
Verfügung stehenden NR-Kandidaten entspricht am ehesten diesen
Anforderungen? Jakob Freund, seit acht Jahren im Nationalrat hat seine
Aufgabe sicher nach bestem Wissen und Gewissen gelöst. Wenn ich aber das
Rating in der «Appenzeller Zeitung» vom 30.7. lese, wonach er in Bern
unter «ferner liefen» eingestuft wird, und ich später am 16. September in
der NZZ lesen muss, dass die SVP AR wieder mit dem leutseligen, jedoch
wenig einflussreichen Jakob Freund antritt, dann gibt mir das schon zu
denken. Für mich ist es klar, mit Marianne Kleiner hat unser Kanton
diejenige Persönlichkeit, welche das von unserem Kanton seit jeher
praktizierte liberale Denken in den Vordergrund stellt. Als
Vizepräsidentin der FDP Schweiz hat sie bereits gute Kontakte in Bern, und
sie wird bereits jetzt schon als Persönlichkeit akzeptiert. Als ehemalige
Regierungsrätin kennt sie die Probleme der Bevölkerung, des Gewerbes und
der Wirtschaft in unserem Kanton. Also nutzen wir doch die einmalige
Gelegenheit und delegieren ein echt starkes Team nach Bern, indem wir in
den Nationalrat Frau Marianne Kleiner und in den Ständerat Herrn
Hans-Ruedi Merz wählen.
Fredy Knecht
Schmidhusen, Herisau
Kleiner stimmte für GSoA-Initiative
Zur Leserbriefantwort von Roman Messmer,
Parteipräsident FDP Appenzell A.Rh. von Donnerstag, 25. September
Es liegt nun schon etliche Jahre zurück, seit
Frau Kleiner als Regierungsrätin von Appenzell Ausserrhoden kandidiert
hat. Trotzdem haben wir bis heute nicht vergessen, dass sie danach am
Podium im Mehrzweckgebäude von Waldstatt auf die bohrenden Fragen der
Journalisten zugeben musste, bei der GSoA-Initiative für die Abschaffung
der Armee gestimmt zu haben. Die grosse Zahl der ebenfalls anwesenden
Zuhörer wird das auch nicht vergessen haben.
Der Gegenpartei Unfairness vorzuwerfen ist
absolut nicht am Platze. Wir unterstützen voll und ganz unseren bewährten
Nationalrat Köbi Freund, der in den letzten acht Jahren in Bern gute
Arbeit geleistet hat. Im Gegenzug hat die FDP ihre Nationalrätin Frau
Vallender, die ebenfalls sehr gute Arbeit geleistet hat, fallen gelassen,
um eine nach ihrer Meinung zugkräftigere Kandidatin zu nominieren. Wo ist
da Fairness und wo nicht? Ausserdem möchten wir uns in Bern nicht vom
Ausserrhoder Geldadel vertreten lassen (siehe Inserate und Plakatwerbung
in überdimensionaler Grösse), sondern von jemandem, der die Anliegen des
einfachen Bürgers vertritt. Deshalb wählen wir am 18. Oktober Köbi Freund
wieder in den Nationalrat.
Annemarie und Robert Diem
Oberstrasse, Rehetobel
Marianne Kleiner, wer denn sonst?
Beim ersten Erscheinen dieses Leserbriefes
schlich sich in ein Fehler. Aus diesem Grund wird er in der korrigierten
Fassung nochmals veröffentlicht.
Haben wir Frauen uns jahrelang um ein
Stimmrecht bemüht, dass wir dann, als Appenzell Ausserrhoder Vertretungen,
zwei Männer nach Bern schicken? - Nein. In den Ständerat Hansruedi Merz,
ja. Für den Nationalrat aber wählen wir eine Frau. Es steht eine bestens
ausgewiesene, ja die beste Kandidatin zur Verfügung. Das sollte uns Frauen
über alle Parteigrenzen hinweg überzeugen Marianne Kleiner, a.
Regierungsrätin, in den Nationalrat zu wählen. Und noch etwas: Marianne
Kleiner setzte und setzt sich mindestens so stark für Kultur und Künstler
ein wie ihr politischer Gegenspieler von der SP.
Elsbeth Sulzer
Im Holz, Teufen
Erfolgreiche Tätigkeit weiterführen
Ständerat Merz hat bisher in Bern gute Arbeit
geleistet. Er ist beweglich und zeigt auch Verständnis für Anliegen, die
nicht genau ins Parteiprogramm passen - er verdient eine glanzvolle
Wiederwahl.
Mehrere Tatsachen sprechen jedoch dafür, dass
unsere zweite Vertretung in Bern aus einer anderen Partei kommen muss.
Dazu einige Beispiele: Es erscheint mir nicht ganz glaubwürdig, dass Frau
Kleiner bereits diesen Herbst für den NR kandidiert, nachdem sie noch vor
wenigen Monaten mehrmals erklärte, dass sie nach der langen, strengen
Regierungstätigkeit etwas müde sei und von der Politik im Moment Abstand
nehmen wolle. Frau Kleiner hat schon vor Jahren erklärt, die Rückstände
bei den Veranlagungen seien auf dem Steueramt praktisch aufgearbeitet.
Zahlreiche Beispiele zeigen jedoch auf, dass dies nicht der Fall ist. Dass
damit auch Steuergelder verloren gehen, leuchtet ein. Gemeinden und Kanton
müssen wegen angespannter Finanzlage sparen. Dies hinderte jedoch die
freisinnige Finanzchefin und Regierungsrat Altherr nicht daran, der
grössten Wirtschaftsmacht Europas enorm viel Geld für den Ausbau der
Bahnstrecke Lindau-München anzubieten. Glücklicherweise waren die
Deutschen anständig genug, dieses unsinnige Geschenk abzulehnen! Eine
kürzlich erschienene Publikation deckte auf, dass die Steuerbelastung im
Vergleich aller Kantonshauptorte in Heris-au in den letzten Jahren fast am
meisten zugenommen hat, sodass Herisau einen unrühmlichen «Spitzenplatz»
einnimmt. Auch dies unter freisinniger Führung. Der Ökonom Peter Eisenhut
kam am 22. September in einem Interview mit Toni Dörig in der «Appenzeller
Zeitung» zum Schluss, dass unser Kanton in den letzten Jahren einen
überdurchschnittlichen Abgang an Beschäftigten hinnehmen musste. Er führt
dies unter anderem darauf zurück, dass die durchschnittliche
Steuerbelastung über dem schweizeri-schen Mittel und über dem der
Nachbarkantone liegt. Auch diese unerfreuliche Tatsache entstand in den
letzten Jahren mit Frau Kleiner als Finanzvorsteherin. Vor zwei Wochen
weilte ich als Zuschauer im Bundeshaus. Dabei habe ich vergeblich nach
Nationalrätin Dorle Vallender Ausschau gehalten; der Platz blieb den
ganzen Tag leer! Dagegen stellte ich mit Genugtuung fest, dass NR Jakob
Freund bereits am Vormittag an den Verhandlungen des Rates teilnahm,
obwohl er am Vorabend noch an einem Podiumsgespräch in Herisau weilte.
Auch letzte Woche, als über die wichtige 11. AHV-Revision abgestimmt
wurde, zählte Frau Vallender zu den wenigen Abwesenden der Ostschweizer
Nationalräte. Dafür war sie gemäss einer Reportage der «Appenzeller
Zeitung» am selben Tag bei der Eröffnung der Hema anwesend! Frage: Ist der
politische Einsatz in Bern nicht mehr wichtig, weil sie ja ohnehin nicht
mehr kandidiert? Jakob Freund hat im Nationalrat wertvolle Arbeit
geleistet. Er hat in all den Jahren viel Erfahrung gesammelt; Erfahrungen,
die für seine Tätigkeit in den kommenden vier Jahren von entscheidender
Bedeutung sein werden. NR Freund verdient weiterhin das Vertrauen der
Ausserrhoder Bevölkerung!
Ernst Egger
Schmidhusen, Herisau
Ivo Müller - für Natur
und Heimat
Wer umwelt- und naturfreundlich gesinnt ist,
gibt seine Stimme dem Kandidaten der SP, Ivo
Müller. Der noch amtierende SVP-Nationalrat setzt sich für die
Abschaffung des Beschwerderechts der Umweltorganisationen ein. Er fordert
damit einen Kahlschlag in Natur- und Heimatschutz. Devise: freie Bahn für
Milliardäre aller Länder! Jedem Schumi seinen Appenzeller Hügel!
Aber auch die Gesinnung der FDP-Kandidatin
zielt in diese Richtung. Als Regierungsrätin und Frau Landammann hat sie
die Bestrafung des langjährigen und verdienten Ratsschreibers Hans Jürg
Schär durch den Entzug von Mandaten mitgetragen. Die Begründung: Der
pensionierte Ratsschreiber hätte in der Angelegenheit Michael
Schumacher/Wolfhalden als Jurist Pro Natura Schweiz vertreten (immerhin
eine nationale Institution, der wir in Sachen Naturschutz einiges zu
verdanken haben) und damit den Interessen des Kantons geschadet.
Herbert Maeder alt Nationalrat
9038 Rehetobel
Vom Volk, fürs Volk
Wenn wir die Abstimmungen auf eidgenössicher
Ebene vom Amtsantritt 1996 bis Mitte 2003 analysieren, stellen wir fest,
dass Jakob Freund in 73 von 79 Fällen gleicher Meinung war wie die
Mehrheit des Ausserrhoder Stimmvolkes. Damit die Stimme der Mehrheit in
Bern vertreten ist, wählen wir Jakob Freund in den Nationalrat.
Doris Brunner
Mettlenweg, Urnäsch
Annahmefrist bis 14. Oktober
Leserbriefe zu den Wahlen und
Sachabstimmungen müssen bis spätestens Dienstag, 14. Oktober, 12 Uhr im
Besitz der Redaktion sein. Letzte Leserbriefe werden am Donnerstag, 16
Oktober, publiziert. (apz)
Appenzeller Zeitung, Kasernenstrasse 64, 9100
Herisau.