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«Farbe und auch etwas Pfeffer»
Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss und alt
Nationalrat Herbert Maeder unterstützen Ivo Müllers Kandidatur für den
Nationalrat
speicher. Die SP Ausserrhoden hat am
Donnerstagabend den Wahlkampf für die Nationalratswahlen vom Herbst
eröffnet. Als «Patin» der SP-Kandidatur von Ivo
Müller war alt Bundesrätin Ruth Dreifuss zu Gast.
Mea Mc Ghee
Die SP Ausserrhoden lud zum Wahlkampfauftakt
der Nationalratswahlen ins Hotel Appenzellerhof in Speicher, dem Wohnort
des SP-Kandidaten Ivo Müller. Bei der
Pressekonferenz und dem anschliessenden Apéro für die Öffentlichkeit
sprachen alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, alt Nationalrat Herbert Maeder,
alt Regierungsrat Werner Niederer, Hansruedi Elmer, Präsident SP AR, und
natürlich Ivo Müller. Der Speicherer ist
Gymnasiallehrer an der Kantonsschule Trogen und seit langem in der Politik
aktiv. Zuerst war er Gemeinderat von Speicher (1997 bis 2001), seit 1999
gehört er dem Ausserrhoder Kantonsrat an und nun kandidiert Ivo Müller für den Nationalrat.
SP als Hoffnungsträgerin
Die Kandidaturen von Nationalrat Hansruedi
Freund (SVP), Bühler, und Marianne Kleiner (FDP), Herisau, standen bereits
fest, als die SP Ausserrhoden sich anlässlich eines ausserordentlichen
Parteitages entschied, einen eigenen Kandidaten ins Rennen um den einzig
verbliebenen Sitz für Ausserrhoden im Nationalrat zu schicken. Die SP sei
Hoffnungsträgerin für jene Menschen im Kanton, die es unerträglich finden,
wenn sie nur zwischen zwei rechtsbürgerlichen Kandidaturen wählen könnten,
so Hansruedi Elmer. An einem zweiten Parteitag wurde mit dem Speicherer
Ivo Müller ein guter Kandidat nominiert. «Ivo Müller wird dafür sorgen, dass auch in unserem
Kanton die schweizerischen Politthemen kontrovers diskutiert werden, dass
Farbe und auch etwas Pfeffer in den Wahlkampf kommen», so Hansruedi Elmer.
Kanton und Schweiz vertreten
Auf die Rolle, welche Ausserrhoden in der
restlichen Schweiz spiele, kam Ruth Dreifuss zu sprechen. Sie unterstützt
die Kandidatur von Ivo Müller und war am
Donnerstag als «Wahlkampf-Patin» zu Gast. «Ich denke, Ivo Müller könnte als Nationalrat dazu beitragen, das
Bild, welches die übrige Schweiz von Appenzell Ausserrhoden hat, etwas
farbiger zu gestalten», sagte die ehemalige SP-Bundesrätin. Es sei
wichtig, dass gerade kleine Kantone in Bern durch starke Persönlichkeiten
vertreten seien, «Persönlichkeiten, welche die Interessen ihres Kantons
vertreten, die aber auch bereit sind, die Augen auf die ganze Schweiz zu
richten.» Wichtig sei aber zudem, dass Lösungen vorangetrieben würden und
«es braucht Zusammenarbeit. Denn alleine hat noch keiner eine Lösung nach
Bern gebracht», sagte Ruth Dreifuss und wünschte Ivo
Müller einen erfolgreichen Wahlkampf.
Überzeugter Parlamentarier
Herbert Maeder vom überparteilichen
Wahlkomitee «Ivo Müller in den Nationalrat» gab
zu bedenken, dass Ausserroden womöglich ausschliesslich durch Politiker,
die rechts der Mitte einzuordnen sind, in Bern vertreten sein könnte.
Herbert Maeder, der als Parteiloser jahrelang dem Nationalrat angehörte,
ist deshalb sehr glücklich, mit Ivo Müller über
einen Kandidaten des links-grünen Flügels zu verfügen. Auch Werner
Niederer sagte: «Es ist von eminenter Bedeutung, dass eine Wahl ausserhalb
des bügerlichen Lagers, das heisst eine Wahl, durch die sich der heute
nicht mehr vertreten fühlende Teil unseres Kantons einbringen kann,
möglich ist.» Ivo Müller sei ein überzeugter
Parlamentarier. Namentlich als Präsident der parlamentarischen Kommission
bei der Proporzinitiative sei es Müller mit viel Umsicht gelungen, die
keineswegs sozialdemokratisch zusammengesetzte Kommission so weit zu
bringen, dass sie der Initiative einen Gegenvorschlag gegenübergestellt
hat.
Sicherung der AHV
Ivo Müller selber
sieht sich als Kandidat der Mitte. Es brauche günstige Rahmenbedingungen
für die Wirtschaft. Dazu Müller: «Ich setze mich für unbürokratische
Lösungen für unsere Appenzeller Wirtschaft ein, für die kleineren und
mittleren Unternehmen, die Bauernfamilien, die kleinen Gewerbebetriebe.»
Ein grosses Anliegen ist Ivo Müller die
Sozialpolitik, wobei er sich vor allem für die Sicherung der AHV stark
machen möchte. «Ich setze mich für eine echte Flexibilisierung des
Rentenalters ein.» Eine allgemeine Erhöhung des Rentenalters sei keine
Lösung, so Müller. Obwohl man sparen müsse, seien Investitionen in der
gegenwärtigen Situation nötig. Um die Kosten im Gesundheitswesen in den
Griff zu bekommen, brauche es Selbstverantwortung, wie sie viele
Appenzeller leben. Selbstverantwortung könne aber nur übernehmen, wer dies
gelernt habe, sagte Ivo Müller. Damit war er
bei der Bildungspolitik angelangt. Der Gymnasiallehrer strebt eine
Bildungspolitik an, welche die Chancengleichheit ernst nimmt.
Öffentlicher Apéro
Im Anschluss an die Pressekonferenz lud das
Wahlkomitee der SP Speicher mit Ivo Müller,
Maya Keller und Judith Egger zum Apéro. Die Speicherer Bevölkerung,
Parteifreunde Müllers, Mitglieder des überparteilichen Wahlkomitees und
Behördevertreter nutzten am Apéro die Gelegenheit, um mit der sichtlich
gut gelaunten alt Bundesrätin Ruth Dreifuss zu plaudern.
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