Kantonaler Aktionstag zur Proporz-Initiative
Morgen Samstag, 8. November, findet der offizielle
Start zur «Initiative faires Wahlverfahren» mit einem kantonalen
Aktionstag statt: In verschiedenen Dörfern des Kantons - in Herisau,
Teufen, Speicher und Trogen - werden Unterschriften für die Initiative
gesammelt.
Die kantonale Volksinitiative «faires
Wahlverfahren» wird lanciert von vier kantonalen Gruppierungen und
Parteien, nämlich der SVP, der SP, der EVP und dem Gewerkschaftsbund AR;
sie bezweckt eine Änderung der Wahl in den Kantonsrat. Diese soll
zukünftig nach dem Willen der Initiantinnen und Initianten im ganzen
Kanton einheitlich durchgeführt werden und die kleinen und mittleren
Parteien und Gruppierungen sollen eine ihrer Stärke entsprechende
Vertretung im Kantonsrat erhalten. «Unser Parlament könnte damit ein
wirklicher Spiegel der Appenzellischen Gesellschaft werden, mit einer
gerechten Vertretung von Frauen und Männern, von Jung und Alt und der
verschiedenen politischen Strömungen.», heisst es in einer Mitteilung des
Komitees. Diesem Anliegen könne durch ein faires Wahlverfahren, den
Proporz, wie er in der Schweiz schon seit Jahrzehnten angewendet wird, zum
Durchbruch verholfen werden.
Kein reiner Proporz
Die Initianten verkennen gemäss ihren
Aussagen aber nicht, dass der Majorz im Kanton Appenzell Ausserrhoden eine
lange Tradition und damit auch eine gewisse Berechtigung habe, so schlagen
sie nicht ein reines Proporzwahlverfahren, sondern einen Kompromiss
zwischen dem Mehrheits- und Verhältniswahlverfahren vor: Jede Gemeinde
nämlich soll weiterhin Anspruch auf mindestens einen Sitz im kantonalen
Parlament haben und zweitens soll dieser Sitz direkt im
Majorzwahlverfahren (mit absolutem Mehr) vergeben werden. Die übrigen
Sitze werden dann in grösseren Wahlkreisen im Verhältniswahlverfahren
verteilt.
Bessere Zusammenarbeit
Die Initianten versprechen sich damit nicht
nur eine bessere Vertretung der verschiedenen Strömungen der Bevölkerung
im kantonalen Parlament, sondern auch eine dringende Verbesserung der
Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden. Der Wortlaut der Initiative
entspricht der Vorlage, die eine kantonsrätliche Kommission im letzten
Winter unter Leitung von Kantonsrat Ivo Müller
(SP) als Gegenvorschlag zu einem inzwischen zurückgezogenen Volksbegehren
der SVP ausgearbeitet hat. Mit diesem kantonalen Sammeltag verbinden die
Initiantinnen und Initianten die Hoffnung, dass auch andere Gruppierungen
und Parteien sich der Initiative anschliessen werden; denn es gehe um die
Spielregeln der Demokratie, die von allen Parteien gemeinsam definiert
werden sollten. (pd/apz)
Der Aktionstag findet am Samstagmorgen, 8.
November, zwischen 9 und 11 Uhr in Herisau (Obstmarkt), Teufen (bei der
Post), Speicher ( vis-à-vis Spar ) und Trogen (auf dem Dorfplatz) statt.
Frauen und Männer aus den verschiedenen Parteien und Gruppierungen
servieren Kaffee und Gipfeli.